Die Lebenshilfe Erlangen trauert um ihren Gründer Heinrich Groh

Auch nach seiner offiziellen Lebenshilfezeit war Heinrich Groh dem Verein verbunden, hat regelmäßig die Mitgliederversammlungen besucht.

Vor fast 60 Jahren hat Heinrich Groh mit anderen Eltern, Fachleuten und Unterstützern die Lebenshilfe Erlangen gegründet, die erste in Bayern. Er hatte eine Tochter mit Behinderung, die 1955 auf die Welt kam. Sie wurde nur knapp sechs Jahre alt. Aber auch nach ihrem frühen Tod hat der Vater sich weiter in der Lebenshilfe engagiert und nach und nach Dienste und Einrichtungen aufgebaut. Insgesamt 33 Jahre war der Ingenieur Heinrich Groh im Vorstand. Er erhielt dafür das Bundesverdienstkreuz und die Goldene Ehrennadel der Bundesvereinigung Lebenshilfe.
Anlässlich seines 90igsten Geburtstags im September 2017 hat er auf seine Lebenshilfe-Zeit und die Anfänge zurückgeblickt. Er betonte: „Wir waren mit unseren behinderten Kindern auf uns alleine gestellt. Einrichtungen gab es keine. Der Krieg und die menschenverachtende Politik der Nazis, die Begrifflichkeit des so genannten unwerten Lebens lag noch nicht lange zurück. Viele Eltern von behinderten Kindern haben sich auch in den fünfziger Jahren und Anfang der 60iger geschämt und noch nicht getraut, mit ihrem Kind in die Öffentlichkeit zu gehen.“
Auch nach der aktiven Zeit hat Heinrich Groh über alle Jahre Anteil an der Entwicklung „seiner“ Lebenshilfe genommen. Nun ist er gestorben und die Lebenshilfe Erlangen trauert um ihren Gründer.