Mehr als 400 Verbände unterzeichnen Erklärung: Lebenshilfe ist dabei

Zum Auftakt des Wahljahres zeigen mehr als 400 Verbände, Initiativen und Einrichtungen aus dem Bereich der Behindertenhilfe und der Sozialen Psychiatrie klare Haltung gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Sie warnen vor Hetze und Stimmungsmache rechter Akteur*innen wie der AfD und ähnlicher Bewegungen. So haben sie eine bundesweite gemeinsame Erklärung für Menschlichkeit und Vielfalt verabschiedet. Auch die Lebenshilfe Erlangen mit den Regnitz-Werkstätten gehört zu den Unterzeichnerinnen. Mit Sorge beobachten die Organisationen, darunter auch Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege, wie versucht wird, eine Stimmung zu erzeugen, die Hass und Gewalt schürt. Und das nicht nur gegen Menschen mit Behinderung, psychischer oder physischer Krankheit schürt, sondern gegen alle, die sich für eine offene und vielfältige Gesellschaft engagieren.
„Wir treten ein für Menschlichkeit und Vielfalt … Wir lassen nicht zu, dass in Deutschland eine Stimmung erzeugt wird, die unsere Gesellschaft spaltet“, heißt es in der Erklärung. Ziel der Unterzeichnenden ist es, im Superwahljahr ein Zeichen für Demokratie zu setzen. Sie betonen, es komme auf jede Stimme an und fordern auf, zur Wahl zu gehen.
Der gesamte Erklärungstext und die Liste der Mitzeichnungen sind online unter www.wir-fmv.org abrufbar.

In den Regnitz-Werkstätten waren die Hasen los

Die Teams der Lebensmittelkonfektionierung, der Seniorengruppe und der Küche haben für einen fränkischen Biobetrieb Naschereien für Ostern gesichert. In Teamarbeit wurden insgesamt 26.600 kleine und 12.600 große Osternester/Tüten rechtzeitig fertiggestellt.

Berufliche Perspektiven für Menschen mit Beeinträchtigung

Im Sommer stand der „Grüne Bereich“ auf dem Lehrplan und dazu gehörte der Besuch von besonderen Gartenanlagen.

Werkstätten für Menschen mit Beeinträchtigung entwickeln immer wieder neue Ideen für Bil-dung und berufliche Qualifizierung. So haben zehn Lebenshilfe-Werkstätten aus Mittelfranken, Oberfranken sowie der Oberpfalz, darunter die Regnitz-Werkstätten, gemeinsam das „Zentrum für berufliche Bildung und Arbeit“ (zbba) in Nürnberg gegründet. Es richtet sich an Personen, die auch außerhalb einer Werkstatt einer Arbeit nachgehen möchten oder sich für ein bestimmtes Berufsfeld (weiter-)qualifizieren wollen.
Nun blickt das zbba auf ein erfolgreiches erstes Jahr zurück. Im Januar 2020 starteten zehn Teilnehmende aus den unterschiedlichen Partnerwerkstätten. Das erste Berufsfeld „Betreuung“ beschäftigte die Gruppe knapp drei Monate lang. Trotz des Lockdowns konnten Bil-dungspakete erarbeitet werden.
Mitte Mai ging es wieder vor Ort los und bis zur Sommerschließung im August stand der „Grüne Bereich“ auf dem Lehrplan. Exkursionen zum Thema Natur- und Umweltschutz wie der Besuch besonderer Gartenanlagen und Gärtnereien standen auf dem Programm. Darauf folgte das Kennenlernen unterschiedlicher Berufsbilder in der Gastronomie. Auch für eine zweite Gruppe mit sechs Personen, die im September dazu kam.
Gerade die Kooperation der Werkstätten macht das zbba so erfolgreich: Die Teilnehmenden können Praktika in den anderen Werkstätten absolvieren, sollte es ein Berufsfeld geben, das in der eigenen Werkstatt nicht abgebildet ist, oder wenn sich kein externer Praktikumsplatz finden lässt.
Die Außenpraktika nehmen aber einen wichtigen Stellenwert in der Arbeitserprobung ein. Sie bilden den Kontakt zum Allgemeinen Arbeitsmarkt und eröffnen die Perspektive, später in ein Arbeitsverhältnis übernommen zu werden.
Eine zweite „Säule“ des zbba bilden Zertifikatslehrgänge, konzipiert von „integra Mensch“ in Bamberg. Sie sind von der IHK, HWK und den Fachschulen anerkannt. Fünf Teilnehmende haben im März 2020 den Kurs „Assistent*in für die Kindertagesstätte“ belegt. Für Anfang dieses Jahres sind drei weitere Kurse geplant (unter anderem im Lagerbereich).

Die Regnitz-Werkstätten sind geöffnet

Die Mitarbeitenden dürfen wieder in die Werkstatt kommen. Foto: Harald Sippel

Das Betretungsverbot für die Werk- und Förderstätten ist aufgehoben. So sind der Arbeitsbereich, der Berufsbildungsbereich (BBB) sowie die Förderstätte geöffnet. Nach wie vor müssen strenge Hygieneregeln und Schutzmaßnahmen eingehalten werden. Für die Werk- und Förderstätten gelten wieder die Regelungen aus der Allgemeinverfügung vom 30. November 2020.

Anspruch auf Entschädigung für Verdienstausfall

Viele Eltern mussten und müssen sich in der Coronapandemie um ihr Kind mit Beeinträchtigung kümmern.

Anfangs erhielten nur Eltern minderjähriger Kinder, die ihre Söhne und Töchter in der Corona-Krise zuhause betreuen mussten, einen Ausgleich für ihren Verdienstausfall.  Dass auch Eltern von erwachsenen Kindern mit Behinderung eine solche Entschädigung beanspruchen können, hatte die Bundesvereinigung Lebenshilfe in den vergangenen Wochen immer wieder mit Nachdruck gefordert. Ende Mai hatte der Bundestag einer entsprechenden Änderung im Paragraf 56 des Infektionsschutzgesetzes zugestimmt.
Viele Familien mussten und müssen immer noch erwachsene Angehörige mit Beeinträchtigung zuhause betreuen, denn Menschen mit Behinderung sind häufig Risikopersonen oder kommen zum Beispiel in der Werkstatt mit den Hygienemaßnahmen nicht zurecht. Nun haben die Eltern immerhin Anspruch auf Entschädigung.  

Aktueller Ratgeber zu Sozialleistungen für Menschen mit Beeinträchtigung

Ausschnitt vom Titel des Ratgebers. Foto: David Maurer

Auf 376 Seiten liefert der druckfrische Ratgeber der Bundesvereinigung Lebenshilfe einen Überblick über alle Sozialleistungen, die Menschen mit Beeinträchtigung aktuell zustehen. Besonders werden die zahlreichen Änderungen durch das Bundesteilhabegesetz (BTHG) erläutert. Dazu zählen auch die erst Ende 2019 verabschiedeten Regelungen im Angehörigen-Entlastungsgesetz und im Änderungsgesetz zum BTHG. Der Ratgeber „Recht auf Teilhabe“ ist eine hilfreiche Lektüre für Mitarbeitende in Beratungsstellen und bei Leistungserbringern. Aber auch Eltern, andere Angehörige, sowie gesetzliche Betreuerinnen und Betreuer können sich darin wichtige Informationen holen.
Um das schwierige Thema anschaulicher zu machen, werden eingangs Rechtsansprüche von Menschen mit Behinderung in verschiedenen Lebensphasen und Lebenslagen anhand von Schaubildern dargestellt. Es gibt Tipps, Rechenbeispiele und Hinweise auf Internetseiten und Publikationen. Das „Recht auf Teilhabe“ (ISBN 978-3-88617-575-8)  kann für 22 Euro plus Versandkosten bei der Bundesvereinigung Lebenshilfe (www.lebenshilfe.de) bestellt werden oder telefonisch unter 06421/491-123.

Werkstatt freut sich über eine Spende der Brucker Schützengesellschaft

Von links: Markus Gorny, Schützengesellschaft, Eva Warnke, Günter Hammerl, Werkstattrat, Tanja Minderlein (vorne), Sabine Grötsch, Werkstattleitung und Norbert Pfeffer, Schützengesellschaft

Markus Gorny und Norbert Pfeiffer, 1. Vorsitzender und Stellvertreter der Schützengesellschaft 1673 Erlangen-Bruck, waren zu Gast in den Regnitz-Werkstätten. Mit dabei hatten sie einen symbolischen Scheck in Höhe von 500 Euro. Ein Teil der Spende ist aus dem Erlös des 1. Brucker Schützen-Schafkopf-Turniers. Der Vorstand hatte entschieden, der Werkstatt dieses Geld zu spenden und auf 500 Euro aufzurunden. Die Lebenshilfe hat sich sehr darüber gefreut.

Manfred Roth Stiftung spendet 10.000 Euro für die Förderstätte

Von links: Dr. Wilhelm Polster und Klaus J.Teichmann von der Manfred Roth Stiftung, Alexander Schömann (vorne), Lebenshilfe-Vorsitzender Frank Morell, Förderstättenleiterin Heike Zitzelsberger und Anahit Harutyunyan

Im Sinne von Manfred Roth setzt die nach ihm benannte Stiftung ihre Arbeit konsequent fort. Seit dem Tod des 2010 verstorbenen Fürther Unternehmers und Norma-Gründers sind bereits eine Vielzahl von Spenden an soziale, bildungsfördernde, kulturelle und wissenschaftliche Organisationen gegangen. Nun überreichten Vorstand Dr. Wilhelm Polster und Stiftungsrat Klaus J. Teichmann 10.000 Euro an die Lebenshilfe Erlangen. Das Geld ist für die Förderstätte der Regnitz-Werkstätten bestimmt. Dort werden erwachsene Menschen mit schwerer Beeinträchtigung und hohem Hilfebedarf begleitet. Die Mitarbeitenden bieten ihnen verschiedene Beschäftigungsangebote. Heike Zitzelsberger, Einrichtungsleiterin, freut sich sehr, dass die großzügige Spende es ermöglicht, in der gerade im Bau befindlichen neuen Förderstätte in Spardorf einen Ruheraum mit zwei Bällebädern einzurichten. Diese können durch eine weiche Abdeckplatte auch als Sofa und Liegefläche genutzt werden.

Informationen in Leichter Sprache zu den Kommunalwahlen

Wahl-Hilfe
Ausschnitt vom Titel des Wahl-Hilfe-Hefts: Der bayerische Behinderten-Beauftragte und die Landeszentrale für politische Bildungsarbeit haben das Heft herausgebracht.

„Einfach verstehen“ heißt das Wahl-Hilfe-Heft in Leichter Sprache zu den Kommunal-Wahlen 2020 in Bayern. Zusätzlich gibt es den Flyer „Barrierefreie Wahllokale und Verhaltenstipps für Wahlhelfer“. Daran hat auch die Lebenshilfe Bayern mitgearbeitet. Die PDF-Dateien von Heft und Flyer finden Sie, wenn Sie auf diesen link gehen: https://www.behindertenbeauftragte.bayern.de/themen/politische-teilhabe.php

Gute Stimmung beim Neujahrskonzert von Honey Sweet

Honey Sweet im Foyer der Regnitz-Werkstätten

Mit einem Neujahrskonzert begrüßte „Honey Sweet & The 7Ups“ das Jahr 2020. Bei guter Stimmung und vielen Gästen präsentierte die Band der Regnitz-Werkstätten eigene Songs zum Mitsingen und ihre neue, fünfte, CD. Mit dabei war Andreas Engel (hinten links) am Klavier und mit der Klarinette.