Anspruch auf Entschädigung für Verdienstausfall

Viele Eltern mussten und müssen sich in der Coronapandemie um ihr Kind mit Beeinträchtigung kümmern.

Anfangs erhielten nur Eltern minderjähriger Kinder, die ihre Söhne und Töchter in der Corona-Krise zuhause betreuen mussten, einen Ausgleich für ihren Verdienstausfall.  Dass auch Eltern von erwachsenen Kindern mit Behinderung eine solche Entschädigung beanspruchen können, hatte die Bundesvereinigung Lebenshilfe in den vergangenen Wochen immer wieder mit Nachdruck gefordert. Ende Mai hatte der Bundestag einer entsprechenden Änderung im Paragraf 56 des Infektionsschutzgesetzes zugestimmt.
Viele Familien mussten und müssen immer noch erwachsene Angehörige mit Beeinträchtigung zuhause betreuen, denn Menschen mit Behinderung sind häufig Risikopersonen oder kommen zum Beispiel in der Werkstatt mit den Hygienemaßnahmen nicht zurecht. Nun haben die Eltern immerhin Anspruch auf Entschädigung.  

Kreativ geworden und Neues gelernt

Robert Knapp, Besucher der Seniorentagesstätte der Lebenshilfe, kann jetzt besser mit dem Tablet umgehen.

Auch wenn man sich nicht persönlich treffen konnte, war es den Mitarbeitenden in der Offenen Behindertenarbeit (OBA) wichtig, Kontakt zu „ihren Leuten“ zu halten. Gerne wollten sie wissen, wie die Teilnehmenden die viele freie Zeit genutzt haben. Dafür hat die OBA die sogenannten „Offenen Seiten“ ins Leben gerufen. Etliche Beiträge kamen zusammen. Hier ein paar Eindrücke daraus:
Viele konnten sich in der Corona-Zeit etwas der Digitalisierung nähern. So zum Beispiel Robert Knapp, Teilnehmer in der Lebenshilfe-Seniorentagesstätte. Er hat die Gelegenheit genutzt, sich mit seinem Tablet zu beschäftigen. „Das hat mir Spaß gemacht und fordert mich.“
Andere Teilnehmende haben sich kreativ ausgelebt. Chiara Pfannenmüller, Mitarbeiterin in den Regnitz-Werkstätten:„Ich habe mit meinem Papa Kunst aus Stein für den Garten gemacht. Das hat mir echt Spaß gemacht.“
Holger Ketschkemeti und Carmen Reis malten zahlreiche Mandalas aus, bevorzugt die besonders schwierigen Muster. Holger sagt dazu: „In meiner Wohngruppe haben alle fleißig Mandalas gemalt. Das Ausmalen entspannt mich .“
Viele vermissen die Angebote der OBA, wie zum Beispiel den Freizeittreff. „Ich bin froh, wenn es wieder weitergeht und ich alle wieder treffen kann“, meint Anna Gabriel. Im Moment wird geplant, welche Angebote ab September nach den Sommerferien wieder möglich sind.“

Gemeinsam werden wir die Zeit überstehen

Kleine Arbeitsgruppe in der Wohnstätte Kitzinger Straße

Derzeit steht die Welt Kopf: so auch der Lebensalltag vieler Bewohnerinnen und Bewohner der Lebenshilfe. Ihnen ist es derzeit nicht möglich, ihren gewohnten Alltag zu leben, sei es in den Regnitz-Werkstätten, der Förderstätte oder auch in anderen Bereichen.
Nun hat sich die Kitzinger Straße etwas einfallen lassen. Seit rund einer Woche wird hier eine „werkstattähnliche“ Beschäftigung für alle Interessierten angeboten. Schon bei der Einführungsveranstaltung zeigte sich, dass das Interesse groß ist. Seitdem trifft man sich jeden Tag für etwa ein bis zwei Stunden zur gemeinsamen Beschäftigung. Auch die Teilnehmenden der Seniorentagesstätte (TENE) nehmen dieses Angebot gerne an.
Wir sind fest davon überzeugt, dass wir gemeinsam diese Zeit überstehen. In diesem Sinne wünschen wir allen Beteiligten, Kolleg*Innen weiterhin viel Kraft, Umsichtigkeit und vor allem Gesundheit.
Das Team der Wohnstätte Kitzinger Straße

Fairste Fußballmannschaft beim landesweiten Turnier

Unter dem Motto „Wir bleiben am Ball“ spielte beim mittlerweile 37. landesweiten  Fußballturnier der Menschen mit Behinderungen auch die Mannschaft der Regnitz-Werkstätten mit. Für das bayerische Finale hatten sich 20 Mannschaften in den Vorrunden in fünf Leistungsklassen qualifiziert. Die Regnitz-Werkstätten kamen in der B-Liga auf den 4. Platz. Zusätzlich wählte eine Jury sie als fairste Mannschaft des Turniers aus. Kriterien dafür sind zum Beispiel: Werden Regeln eingehalten? Wird gefault? Entschuldigt man sich, wenn gefault wird? Die Auszeichnung umfasste auch einen Gutschein für ein Spiel beim FC Ingolstadt.
Das Landesweite Fußballturnier wird seit 1983 von der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen (LAG WfbM) und der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung – Landesverband Bayern veranstaltet.

Treue Partner von „Stifte stiften“ haben insgesamt 18.500 Euro gespendet

Seniorbewohner der Lebenshilfe Erlangen: Gerade die älteren Menschen mit Behinderung profitieren von den vier zusätzlichen Auszubildenden durch „Stifte stiften“.

Seit vielen Jahren unterstützen die Sparkasse Erlangen, der Lions Club Erlangen, der Erlanger Leo Club Markgraf, die Elo Mineral Öl KG und die Nürnberger Königs Apotheke das Projekt „Stifte stiften“.  2018 ist hier insgesamt eine Spendensumme von 17 000 Euro zusammen gekommen. Erstmalig in diesem Jahr hat die Hildegard und Toby Rizzo-Stiftung die Lebenshilfe Erlangen bedacht und 1500 Euro für „Stifte stiften“ gespendet.
Mit „Stifte stiften“ finanziert die Lebenshilfe Erlangen allein durch Spenden vier zusätzliche Ausbildungsplätze für Heilerziehungspflegerinnen und  -Pfleger in ihren Wohnstätten. Dadurch verbessert sich die Betreuungsqualität und gleichzeitig bietet die Lebenshilfe jungen Menschen eine berufliche Perspektive.
Nur durch zuverlässige Partner hat die Lebenshilfe eine solide Basis, um das Projekt „Stifte stiften“ weiterzuführen. Über weitere Unterstützer und Einzelspenden würden wir uns freuen. Klicken Sie hier

Erlanger Inklusionspreis 2018 verliehen

Die Preisträger 2018 und ihre Laudatoren

„Die Verleihung des Inklusionspreises zeigt auch in diesem Jahr, wie viel unterschiedliche Möglichkeiten es gibt, Inklusion umzusetzen und zu leben“, so Hermann Requardt, Vorsitzender der Stiftung Lebenshilfe Erlangen. Wieder erhielten drei Preisträger die Auszeichnung für das vorbildliche Engagement, Menschen mit Behinderung gesellschaftlich teilhaben zu lassen:
Einer von ihnen ist Peter Sehrbrock, der für die Abteilung „Grünunterhalt“ bei der GEWOBAU verantwortlich ist. Ein Praktikum bei ihm führte zur Festanstellung von Morris Handkammer, der früher in den Regnitz-Werkstätten gearbeitet hat.
Familie Ungerer hat den Preis bekommen, weil sie ihr Pflegekind, bei dem sich nach und nach eine schwere Behinderung herausgestellt hat, selbstverständlich in ihre Familie aufgenommen hat.
Ebenfalls geehrt wurde Kaspars Paegle, Vorsitzender des Vereins „Novuss Sport ohne Barrieren“. Zudem ging die Initiative für die inklusive Route bei der Rädli von ihm aus. Für das Preisgeld geht der Dank an die Spender Sparkasse Erlangen, Siemens, ABV Versicherungsmakler GmbH.

Kristian Gäbler ist neuer Geschäftsführer

Stefan Müller (links) wird den neuen Geschäftsführer Kristian Gäbler noch bis März 2019 begleiten.

Seit dem 1. November führt Kristian Gäbler die Geschäfte des Lebenshilfe-Vereins e.V., der Stiftung Lebenshilfe Erlangen und der Regnitz-Werkstätten. Stefan Müller, mehr als 25 Jahre Lebenshilfe-Geschäftsführer, wird den 35-jährigen noch bis März begleiten und dann in die passive Phase der Altersteilzeit gehen.
Kristian Gäbler hat Management im Gesundheitswesen studiert und währenddessen als Rettungssanitäter gearbeitet. Seine berufliche Laufbahn begann er bei einem großen Klinikbetreiber und leitete in den vergangenen sechseinhalb Jahren Krankenhäuser verschiedener Größen in Baden-Württemberg und Hessen.
Der gebürtige Leipziger freut sich, nun die Entwicklung der Lebenshilfe Erlangen und die verschiedenen Bereiche der Behindertenhilfe mitzugestalten. Er sei dankbar, die erfolgreiche Arbeit fortzusetzen. „Wichtig ist mir eine gute Zusammenarbeit mit den ehren- und hauptamtlichen Kolleginnen und Kollegen sowie mit Menschen mit Behinderung, ihren Eltern und Angehörigen. Wir werden gemeinsam Herausforderungen und Veränderungen der kommenden Zeit meistern.“

1000 Euro für Honey Sweet von der Max und Justine Elsner Stiftung

Honey Sweet auf der Rampenschweinerei

Honey Sweet & The 7 Ups haben regelmäßig öffentliche Auftritte. Mit dabei sind auch Gastmusikerinnen und -musiker. Begeistert von der Band der Lebenshilfe und der Regnitz-Werkstätten zeigte sich das Publikum bei der letzten „Rampenschweinerei“ in Fürth. Für die musikalische Arbeit unter Leitung von Anita Rahm erhielten die Honeys  zum wiederholten Mal von der Max und Justine Elsner Stiftung eine Spende in Höhe von 1000 Euro. Foto: Edda B. Lang

Regnitz-Werkstätten nominiert in der Kategorie exzellent:arbeit – Stand auf der Werkstätten:Messe

Die Regnitz-Werkstätten machen im Rahmen ihrer Produkt-Linie „Fisch mit Hut“ ein besonderes Angebot: Memo-Spiele und Kreisel aus Holz können individuell mit Logos und Fotos bedruckt werden.  Das weckte großes Interesse beim Behindertenwerk Main-Kinzig (BWMK), das seit 2009 die Internetplattform  „derfotobuchladen.de“  betreibt. Das BWMK wollte hier seine Produktpalette durch Holzartikel erweitern und fand in den Regnitz-Werkstätten den idealen Partner.
Seit Anfang des Jahres kooperieren die beiden und haben sich bei der „Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen“ (BAG WfbM) mit ihrer Dienstleistung „Der Fotobuchladen“ um den „exzellent“-Preis 2018 beworben. Dieser wird jedes Jahr anlässlich der Werkstätten:Messe in Nürnberg ausgeschrieben, die nächste Woche am 18. April beginnt. Die Regnitz-Werkstätten und das BWMK gehören zu den Nominierten in der Kategorie „excellent:arbeit“ und werden mit einer Urkunde gewürdigt.
Sie können die Regnitz-Werkstätten vom 18. bis 21. April auf der Messe in Nürnberg besuchen. Sie sind in Halle 12, 341 b, zu finden. Mitarbeiter mit Behinderung zeigen Ihnen, wie sie den brillanten Druck auf das Holz bringen.

Mitbestimmen und mitgestalten: Nichts ohne uns über uns

Vorstand

Der Vorstandsbeirat der Lebenshilfe Erlangen

Menschen mit Behinderung gestalten „ihre“ Lebenshilfe mit. Denn es heißt: „Nichts ohne uns über uns.“ In verschiedenen Beiräten nehmen Menschen mit Behinderung ihre Rechte wahr, mitzubestimmen. In der Lebenshilfe Erlangen gibt es die Bewohner-Vertretung, den Beirat der Offenen Behindertenarbeit, die Schüler-Mit-Verantwortung (SMV) der Georg-Zahn-Schule, den Werkstattrat und den Vorstandsbeirat. Der Vorstandsbeirat ist etwas Besonderes und setzt sich aus Mitgliedern aller genannten Selbstvertretungs-Gruppen zusammen. Er berät den Vorstand der Lebenshilfe und äußert Wünsche. Die beiden Gremien treffen sich regelmäßig.