Petition gegen Entwurf zur neuen Pflegereform unterzeichnen

Familien wären besonders von der Pflegereform im jetzigen Entwurf benachteiligt. Foto: Lebenshilfe/David Maurer

Das Bundesgesundheitsministerium plant für 2021 eine Pflegereform. Der bekannt gewordene Entwurf von Jens Spahn stößt bei Fachverbänden und Familien auf große Verärgerung. Vorgesehen ist darin, dass ein Teil der sogenannten Verhinderungspflege künftig nicht mehr für die stundenweise Betreuung zur Verfügung steht, sondern der stationären Betreuung bei längerer Verhinderung der Pflegeperson vorbehalten bleibt. Maximal 40% des Gesamtjahresbetrags sollen nur noch für die stundenweise Betreuung zur Verfügung stehen und damit z.B. auch für unseren Familienentlastenden Dienst.
Gerade für Familien mit einem behinderten Kind ist dies eine immense Verschlechterung. Für sie ist es von besonderer Bedeutung, Verhinderungspflege stundenweise in Anspruch nehmen zu können. Hierdurch kann regelmäßige oder kurzfristige Ersatzbetreuung im Pflege- und Familienalltag realisiert werden. Außerdem ist dies für viele Familien die einzige Möglichkeit, überhaupt Verhinderungspflege geltend zu machen, da es insbesondere für Kinder, aber auch für Erwachsene mit hohem Unterstützungsbedarf nicht genügend stationäre Ersatzpflegeangebote gibt.
An vielen Stellen macht sich inzwischen Protest gegen diese Pläne breit und es gibt nun unter www.openpetition.de/!pflegereform eine Petition mit dem Titel „Keine Einschränkung der Flexibilität von Verhinderungspflege durch die Pflegereform 2021“. Es wäre gut, wenn viele diese Petition unterstützen würden.

Buchtipp für Eltern

Der Alltag mit einem behinderten Kind fordert einen oft heraus. Erfahrungen von anderen betroffenen Eltern sind da sehr hilfreich. Sylvia und Alfred Sobel haben eine Tochter mit Behinderung und sind Autoren des Buches „Stärke fürs Leben entwickeln – So meistern Sie den Alltag mit einem behinderten Kind“. Das Buch umfasst auch eine Liste von wichtigen (Internet-)Adressen und gibt Literaturtipps. Es ist im Neufeld Verlag erschienen und kostet 19,90 Euro, ISBN 978-3-86256-096-7.

Landespflegegeld Bayern: Neue Leistung für Menschen mit Behinderung

Christl Weber mit ihrer Tochter Elke, die mit dem Down-Syndrom zur Welt kam.

Die bayerische Staatsregierung hat beschlossen, ein Bayerisches Landespflegegeld einzuführen. Diese Leistung, die bereits ab September 2018 erbracht werden soll, beträgt 1.000 Euro jährlich.
Folgende Voraussetzungen müssen gegeben sein: Pflegegrad 2 und höher sowie Hauptwohnsitz in Bayern. Das Landespflegegeld wird unabhängig davon erbracht werden, ob die Pflegebedürftigen im häuslichen Umfeld oder in einer stationären Einrichtung leben. Das Landespflegegeld ist eine steuerfreie Leistung. Es wird sich weder auf das Pflegegeld nach dem Sozialgesetzbuch XI (SGB) auswirken noch wird es bei existenzsichernden Leistungen wie Grundsicherung oder Arbeitslosengeld II („Hartz 4“) als Einkommen angerechnet werden. Voraussichtlich wird auch bei Leistungen der Eingliederungshilfe und Hilfe zur Pflege nach SGB XII keine Anrechnung stattfinden.
Um die Leistung zu erhalten, müssen Sie Ihren Antrag bei der Landespflegegeldstelle, 81050 München, einreichen und zwar bis 31. Dezember 2018. Unter www.landespflegegeld.bayern.de finden Sie das Antragsformular sowie weitere Informationen zum Landespflegegeld. Antragsformulare gibt es auch bei der Stadt Erlangen, beim Landratsamt, beim Finanzamt und beim Zentrum Bayern Familie und Soziales.