Experten in eigener Sache tauschen sich in Erlangen aus

Dreimal im Jahr treffen sich Selbstvertreter/innen mittelfränkischer Lebenshilfen zum Austausch: diesmal bei der Lebenshilfe Erlangen. Ein Thema war der Rückblick auf den bundesweiten Kongress in Leipzig, bei dem sich alles um Selbstvertretung drehte. Dauerbrenner für die Experten in eigener Sache ist Barrierefreiheit im Verkehr. „Zum Beispiel müssen die Fahrpläne besser zu lesen sein “, so einer der Teilnehmenden.
Außerdem zog die Gruppe mit Besucherinnen und Besuchern aus Bad Windsheim, Lauf, Fürth, Nürnberg, Weissenburg, Ansbach und Neustadt Bilanz vom letzten Arbeitstreffen, zu dem der Bezirk eingeladen war. Es ging um die Anforderungen an die Entwicklungsberichte, die zu kompliziert seien.

Wurzelkinder feierten Erntedank

Gemüsemandala für die Waldtiere

Zum Erntedank brachten alle Wurzelkinder Obst und Gemüse mit in den Inklusiven Waldkindergarten. Gemeinsam überlegten sie, wo die verschiedenen Obst- und Gemüsesorten wachsen. Besonders spannend war die Frage, bei welchem Waldbewohner die Leckerbissen auf dem Speiseplan stehen. Dann zogen die Kinder mit dem Bollerwagen los und überlegten mit viel Eifer, wie sie den Tieren ein schönes buntes Erntedankmandala legen können.
Im Laufe der Woche, bereiteten die Wurzelkinder außerdem einen Obstsalat und eine Gemüsesuppe zu. Bianca Petschl

Wir wollen ernst genommen werden

Foto: Bundesvereinigung Lebenshilfe

Selbstvertretung und Selbstbestimmung wird in der Lebenshilfe groß geschrieben. So hat die Bundesvereinigung Lebenshilfe vor kurzem einen Selbstvertreter-Kongress in Leipzig mit 700 Teilnehmenden veranstaltet. Aus Erlangen war Uli Kanawin dabei, der in den Regnitz-Werkstätten arbeitet und im Werkstattrat ist. Vor allem auch der Austausch mit anderen hat ihm gefallen.
Zum Abschluss des Kongresses wurde die Leipziger Erklärung verabschiedet. „Wir vertreten uns selbst! Wir sind Selbstvertreter. Wir fordern Barrierefreiheit in unseren Einrichtungen und überall. Wir fordern Leichte Sprache auch bei Behörden. Wir wollen auch in der Politik überall mitreden. Wir wollen, dass Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zusammen lernen und arbeiten können. Wir wollen ernst genommen werden!“, so hießt es dort. Die komplette Erklärung finden Sie unter: http://www.lebenshilfe-erlangen.de/leichte_sprache (in der rechten Spalte unten).

Catering im Emmy Noether Gymnasium übernommen

Von links: Mike Gebhardt, Manuela Boco und Samuel Gattig bei ihrem ersten Einsatz im Emmy Noether Gymnasium

Etwa 130 Schülerinnen und Schüler des Emmy Noether Gymnasiums haben gestern zum ersten Mal das Essen aus der Küche der Werkstatt gekostet. Die Schule freut sich, dass sie mit den Regnitz-Werkstätten nun einen neuen Caterer haben. Auch die Aula-Ausgabe wird vermutlich im Oktober von der Lebenshilfe übernommen. Nicht zuletzt ist das wieder ein weiterer Baustein zur Inklusion in Erlangen. Lesen Sie dazu auch die Meldung des Gymnasiums: https://eng-erlangen.de/

Ihr Wille zählt – Infoabend zum Erbrecht am 24. September

Was ist notwendig, um ein rechtswirksames Testament zu verfassen? Was passiert im Erbfall ohne Testament? Welche Möglichkeiten zur Testamentsgestaltung gibt es? Diese und andere Fragen sind für alle interessant, die wohl überlegt entscheiden wollen, was später mit ihrem Erbe geschieht. Antwort darauf gibt der Erlanger Notar Dr. Alexander Martini in seinem Vortrag „Ihr Wille zählt – Vorschläge zur Testamentsgestaltung“ am Dienstag, 24. September um 19 Uhr im Novotel Erlangen, Hofmannstraße 34. Der Eintritt ist frei, inklusive Getränke und kleiner Imbiss. Um Anmeldung wird gebeten. Kontakt: Stiftung Lebenshilfe Erlangen, Anja de Bruyn, 09131/9207-170, anja.debruyn@lebenshilfe-erlangen.de

Kisten, Röhren, Gartenschlauch – alles macht Musik

Auch dieses Jahr beteiligte sich die Frühförderstelle der Außenstelle Ost wieder am Sommerferienprogramm für Schulkinder der Gemeinde Eckental. Das Motto des inklusiven zweitägigen Workshops lautete: „Kisten, Röhren, Gartenschlauch – alles macht Musik!“ So wurden alte Milchtüten und Gummis zu Gitarren, Gartenschläuche und Trichter zu Posthörnern, Pappröhren mit Nägeln zu Rainmakern, Astgabeln und Kronkorken zu Rasseln und große Konservendosen zu Trommeln. Die Astgabeln sammelten im Vorfeld die „Wurzelkinder“ des Waldkindergartens der Lebenshilfe und die Konservendosen steuerte der Imbissverkauf vom „Lebensmittel Endreß“ bei. Es wurde eifrig gebastelt und am Ende gab es ein großes Konzert für die Eltern.

Fairste Fußballmannschaft beim landesweiten Turnier

Unter dem Motto „Wir bleiben am Ball“ spielte beim mittlerweile 37. landesweiten  Fußballturnier der Menschen mit Behinderungen auch die Mannschaft der Regnitz-Werkstätten mit. Für das bayerische Finale hatten sich 20 Mannschaften in den Vorrunden in fünf Leistungsklassen qualifiziert. Die Regnitz-Werkstätten kamen in der B-Liga auf den 4. Platz. Zusätzlich wählte eine Jury sie als fairste Mannschaft des Turniers aus. Kriterien dafür sind zum Beispiel: Werden Regeln eingehalten? Wird gefault? Entschuldigt man sich, wenn gefault wird? Die Auszeichnung umfasste auch einen Gutschein für ein Spiel beim FC Ingolstadt.
Das Landesweite Fußballturnier wird seit 1983 von der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen (LAG WfbM) und der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung – Landesverband Bayern veranstaltet.

Offene Hilfen feiern 30 Jahre auf dem Weg zur Inklusion

Das Team der Offenen Hilfen präsentiert ein selbst geschriebenes Lied.

Seit 30 Jahren setzen die Offenen Hilfen auf Begegnung, Begleitung und Unterstützung. Gemeinsam mit vielen Gästen haben sie ihr Jubiläum im Pacelli-Haus gefeiert. „Ich bedanke mich herzlich für Ihre Arbeit. Sie öffnet so viele Türen“, sagte Bürgermeisterin Dr. Elisabeth Preuß in ihrem Grußwort. Lebenshilfe-Vorsitzender Frank Morell lobte das Leistungsspektrum der Offenen Hilfen, das die Freizeitangebote der Offenen Behindertenarbeit (OBA), die Wohnassistenz, den Familienentlastenden Dienst und die Beratung umfasst.
Die Selbstvertreter-Gremien – OBA- und Assistenz-Rat – bedankten sich beim Team der Offenen Hilfen. Vor allem der Freizeittreff ist sehr beliebt: „Hier können wir zusammen Zeit verbringen.“ Der neue Leiter Andy Bernard betonte, wie wichtig es ihm sei, mit den Selbstvertretern zusammenzuarbeiten.
Die Kehlköpfe und die Trommelgruppe „Drum for Fun“ sorgten für beste Stimmung. Die Schauspieler des „Ensemble Extraordinaire“ mischten sich später unter die Gäste, trieben ihre Späße und die OBA-Eisenbahngruppe ließ Züge fahren. Anlässlich des Jubiläums ist noch bis zum 31. Juli eine Ausstellung mit Bildern von Lebenshilfe-Künstlern im Pacellihaus zu sehen: Erlangen, Sieboldstraße 3, Montag – Freitag 9 bis 20 Uhr.

Buntes Treiben auf dem Rathausplatz

Begrüßungsworte von Forums-Sprecher Kristian Gäbler (links), Anna Gabriel und Günter Hammerl, Vorstandsbeirat der Lebenshilfe

„Ja zu Vielfalt“ hieß es beim Rathausplatz-Fest des Forums „Behinderte Menschen in Erlangen“ und dieses Motto ging auf. Es herrschte buntes Treiben. Auf der Bühne traten die Band Honey Sweet & The Seven Ups, das Gehörlosentheater „Thow and Show“ sowie die inklusive Klasse der Georg-Zahn- und der Michael-Poeschke-Schule auf. Auch die vielen Mitmachaktionen kamen gut an. Vertreter/innen der Behindertenverbände und ihre Partner in Sachen Inklusion wie die Stadtbibliothek und die Volkshochschule gaben gerne Auskunft über ihre Arbeit.
Das Fest eröffnete Forums-Sprecher Kristian Gäbler mit Anna Gabriel und Günter Hammerl vom Vorstandsbeirat der Lebenshilfe. Sie betonten: „ Alle Menschen sollen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.“ Ganz wichtig dafür sei die Verwendung von Leichter Sprache in allen Bereichen.
Oberbürgermeister Janik bedankte sich beim Forum und sagte: „Es ist vor allem Ihr Verdienst, dass wir in Erlangen schon so weit gekommen sind.“ Das Fest mitten in der Stadt sei ein schönes Symbol für die Inklusion.

Ausstellung „BarriereSprung“ im Erlanger Stadtmuseum eröffnet

„Honey Sweet & The Seven Ups“ spielten zur Eröffnung der Ausstellung.

Bis zum 6. Januar 2020 ist die Ausstellung „BarriereSprung – Vom Leben mit Behinderung“ im Erlanger Stadtmuseum zu sehen. Gerade wurde sie mit vielen Gästen in der Altstädter Kirche eröffnet. Zum Auftakt spielten „Honey Sweet & The Seven Ups“, die Band der Regnitz-Werkstätten.
„Ist nicht eine Gesellschaft besser, in der alle integriert sind?“ fragte Dr. Florian Janik in seiner Eröffnungsrede. Er wünsche sich viele Besucherinnen und Besucher und „vor allem müssen wir die gewinnen, die eher nicht reingehen würden oder vielleicht Berührungsängste haben“. Der Behindertenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Holger Kiesel, ist überzeugt davon: „Die Ausstellung kann zur Bewusstseinsbildung beitragen, häufig auch mit einem erfrischenden Augenzwinkern.“ Es freue ihn besonders, dass Menschen mit Behinderung selbst zu Wort kommen. Die Ausstellung zeigt viele interessante Exponate, es gibt mediale Inszenierungen und Interaktives. Sie schlägt eine Brücke von der Historie zur Gegenwart. Ort und Öffnungszeiten: Erlanger Stadtmuseum, Martin-Luther-Platz 9, Di, Mi und Fr von 9 bis 17 Uhr, Do 9 bis 20 Uhr, Sa, So und feiertags von 11 bis 17 Uhr.