Bluttest stellt das Lebensrecht von Menschen mit Down-Syndrom in Frage

Nathalie Scheyer hat das Down-Syndrom

Nathalie Scheyer ist eine aufgeweckte junge Frau.

Mit einem Bluttest kann man bereits in der frühen Schwangerschaft feststellen, ob das ungeborene Kind das Down-Syndrom hat. Aktuell wird darüber diskutiert, ob die Krankenkassen das Verfahren bezahlen sollen. Anlässlich des Welt-Down-Syndrom-Tages am 21. März machen die Bundesvereinigung Lebenshilfe und das „Netzwerk gegen Selektion durch Pränataldiagnostik“ deutlich, dass eine Reihenuntersuchung auf Trisomie 21 eine unzulässige Diskriminierung darstellt. Vorgeburtliche Untersuchungen auf Behinderung könnten nur nach individueller Entscheidung durchgeführt werden. Dazu gehören auch eine umfassende Information und Beratung, unter anderem zum Leben mit Down-Syndrom. Eltern der Lebenshilfe Erlangen wie auch die Beratungsstelle bieten das an.


Eltern von Kindern mit Down-Syndrom berichten, dass sie sich immer wieder sagen lassen müssen, dass es doch heute „nicht mehr nötig sei, ein solches Kind zu bekommen“. Dabei kann ein Leben mit Down-Syndrom glücklich und erfolgreich sein, wie jedes andere auch. Vieles gelingt ihnen, wenn sie die notwendige Unterstützung erhalten.
„Ärzte müssen Schwangere begleiten und für ihre Gesundheit sorgen. Die Suche nach dem Down-Syndrom oder anderen Chromosomenbesonderheiten gehört nicht zum ärztlichen Heilauftrag“, erklärt Silke Koppermann, Gynäkologin und Sprecherin des „Netzwerks gegen Selektion durch Pränataldiagnostik“.
Der Bluttest stellt das Lebensrecht einer ganzen Bevölkerungsgruppe in Frage und muss von Menschen mit Down-Syndrom und ihren Angehörigen unweigerlich als Herabwürdigung empfunden werden.