Hilfreicher Ratgeber: Erbe für Menschen mit Behinderung

Eltern wollen ihr Kind gut versorgt wissen, auch nach ihrem Tod. Deswegen ist das sogenannte Behindertentestament ein wichtiges Thema für sie. Foto: Lebenshilfe, David Maurer

Eltern müssen beim Vererben besondere Dinge beachten, damit ihr Vermögen auch bei einem Kind mit Beeinträchtigung ankommt, ohne dass sein Anspruch auf öffentliche Hilfe verloren geht. Mit einem sogenannten Behindertentestament können Eltern das erreichen. Einen hilfreichen Ratgeber dazu mit dem Titel „Erben zugunsten behinderter Menschen“ bietet der Bundesverband für körper- und mehrfach behinderte Menschen. Die Broschüre kann online heruntergeladen werden: https://bvkm.de/ratgeber/vererben-zugunsten-behinderter-menschen/oder für 1,-Euro bestellt werden.

Zweite inklusive Partnerklasse gestartet

Schülerinnen und Schüler der ersten Partnerklasse. Sie kommen nun in das dritte Schuljahr.

Vor zwei Jahren startete die erste inklusive Partnerklasse in Erlangen an der Michael-Poeschke-Grundschule in Kooperation mit der Georg-Zahn-Schule der Lebenshilfe. Die Erfahrungen damit sind durchweg positiv. Nun haben weitere Kinder die Chance, miteinander zu lernen und die zweite Partnerklasse an der Poeschke-Grundschule hat ihren Unterricht aufgenommen. „Gemeinsam lernen ist für alle ein Gewinn“, sagt Marika Ollet, stellvertretende Leiterin der Georg-Zahn-Schule. Es gebe eine große Zufriedenheit bei den Mädchen und Jungen, die seit dem Schuljahr 2018/19 zusammen sind und nun in die dritte Klasse gehen. Und auch die Eltern sind voll des Lobs.
Acht Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarf und 15 Regelschüler besuchen die neue Partnerklasse. Mindestens zwei Stunden täglich werden sie gemeinsam unterrichtet und profitieren von weniger Frontalunterricht, von offeneren Arbeitsformen, mehr Handlungsorientierung, Anschaulichkeit und Bewegung.

Neue Frühförderstelle Süd

Julie gehört zu den Kindern, die von der Frühförderung sehr profitiert haben. Mittlerweile geht sie in die inklusive Partnerklasse der Lebenshilfe und Poeschke-Schule.

Wenn ein Kind in seiner Entwicklung auffällt oder mit einer Behinderung zur Welt kommt, ist die „Frühförderung und Beratung“ der Lebenshilfe Erlangen für die Familien da. Sie bietet ganzheitliche Hilfe und Unterstützung für Kinder und deren Eltern bis zum Eintritt des Kindes ins Schulalter.
Der Bedarf an Frühförderung wächst und die Lebenshilfe möchte zu einem guten Start ins Leben für die Kleinsten beitragen. Deswegen hat sie mit der Frühförderung Süd in Erlangen-Bruck, Goerdelerstraße 21, einen vierten Standort neben Erlangen- Röthelheimpark, -Büchenbach und Eckental eröffnet.
Das Angebot umfasst Logopädie, Ergo- und Physiotherapie, pädagogische und psychologische Förderung sowie Beratung. Für die Förderung beziehungsweise Therapie vor Ort stehen vielseitige Räume mit modernster Ausstattung zur Verfügung: darunter eine Kinderwerkstatt mit Matschtisch und zwei Motorikräume. Kontakt: Standortleitung Yvonne Burkert, 09131/9207-160.
Mit dem Standort Süd wird den Kindern und Familien eine wohnortnahe Versorgung angeboten. Schon jetzt leben hier viele junge Familien und durch die Wohnraumnachverdichtung werden es auf absehbare Zeit noch mehr.

Weitere Lockerungen in den Regnitz-Werkstätten – Förderstätte wieder geöffnet

Arbeiten in der Schreinerei der Werkstatt, in der die Produkte von „Fisch mit Hut“ gefertigt werden. Foto: Harald Sippel

Eine neue Verfügung der bayerischen Staatsregierung hat das Betretungsverbot in der Werkstatt weiter gelockert: gültig vorerst bis zum 15. September.
Berufsbildungsbereich und Arbeitsbereich der Werkstatt:  Auch Personen der sogenannten Risikogruppe können wieder in die Werkstatt kommen. Alle Werkstatt-Beschäftigten müssen bei der Arbeit die Hygiene- und Abstandsregeln einhalten.
Förderstätte: Die Förderstätte ist wieder geöffnet, der Besuch ist freiwillig.
Unbedingt beachten: Es dürfen nur Mitarbeitende in die Werkstatt kommen, die keine Krankheitssymptome und keinen Kontakt zu Covid-19-Infizierten haben oder hatten. Selbst bei leichten Krankheitssymptomen müssen sie zu Hause bleiben.
Besuche in den Arbeitsgruppen der Werkstatt von Angehörigen, Betreuern und anderen Personen sind bis auf Weiteres nicht erlaubt. Bitte rufen Sie bei Anliegen an oder melden sich an der Pforte. Für alle Fragen ist unser Begleitender Dienst von Montag bis Freitag erreichbar: 09131/7671-31.

Anspruch auf Entschädigung für Verdienstausfall

Viele Eltern mussten und müssen sich in der Coronapandemie um ihr Kind mit Beeinträchtigung kümmern.

Anfangs erhielten nur Eltern minderjähriger Kinder, die ihre Söhne und Töchter in der Corona-Krise zuhause betreuen mussten, einen Ausgleich für ihren Verdienstausfall.  Dass auch Eltern von erwachsenen Kindern mit Behinderung eine solche Entschädigung beanspruchen können, hatte die Bundesvereinigung Lebenshilfe in den vergangenen Wochen immer wieder mit Nachdruck gefordert. Ende Mai hatte der Bundestag einer entsprechenden Änderung im Paragraf 56 des Infektionsschutzgesetzes zugestimmt.
Viele Familien mussten und müssen immer noch erwachsene Angehörige mit Beeinträchtigung zuhause betreuen, denn Menschen mit Behinderung sind häufig Risikopersonen oder kommen zum Beispiel in der Werkstatt mit den Hygienemaßnahmen nicht zurecht. Nun haben die Eltern immerhin Anspruch auf Entschädigung.  

Kreativ geworden und Neues gelernt

Robert Knapp, Besucher der Seniorentagesstätte der Lebenshilfe, kann jetzt besser mit dem Tablet umgehen.

Auch wenn man sich nicht persönlich treffen konnte, war es den Mitarbeitenden in der Offenen Behindertenarbeit (OBA) wichtig, Kontakt zu „ihren Leuten“ zu halten. Gerne wollten sie wissen, wie die Teilnehmenden die viele freie Zeit genutzt haben. Dafür hat die OBA die sogenannten „Offenen Seiten“ ins Leben gerufen. Etliche Beiträge kamen zusammen. Hier ein paar Eindrücke daraus:
Viele konnten sich in der Corona-Zeit etwas der Digitalisierung nähern. So zum Beispiel Robert Knapp, Teilnehmer in der Lebenshilfe-Seniorentagesstätte. Er hat die Gelegenheit genutzt, sich mit seinem Tablet zu beschäftigen. „Das hat mir Spaß gemacht und fordert mich.“
Andere Teilnehmende haben sich kreativ ausgelebt. Chiara Pfannenmüller, Mitarbeiterin in den Regnitz-Werkstätten:„Ich habe mit meinem Papa Kunst aus Stein für den Garten gemacht. Das hat mir echt Spaß gemacht.“
Holger Ketschkemeti und Carmen Reis malten zahlreiche Mandalas aus, bevorzugt die besonders schwierigen Muster. Holger sagt dazu: „In meiner Wohngruppe haben alle fleißig Mandalas gemalt. Das Ausmalen entspannt mich .“
Viele vermissen die Angebote der OBA, wie zum Beispiel den Freizeittreff. „Ich bin froh, wenn es wieder weitergeht und ich alle wieder treffen kann“, meint Anna Gabriel. Im Moment wird geplant, welche Angebote ab September nach den Sommerferien wieder möglich sind.“

Gemeinsam werden wir die Zeit überstehen

Kleine Arbeitsgruppe in der Wohnstätte Kitzinger Straße

Derzeit steht die Welt Kopf: so auch der Lebensalltag vieler Bewohnerinnen und Bewohner der Lebenshilfe. Ihnen ist es derzeit nicht möglich, ihren gewohnten Alltag zu leben, sei es in den Regnitz-Werkstätten, der Förderstätte oder auch in anderen Bereichen.
Nun hat sich die Kitzinger Straße etwas einfallen lassen. Seit rund einer Woche wird hier eine „werkstattähnliche“ Beschäftigung für alle Interessierten angeboten. Schon bei der Einführungsveranstaltung zeigte sich, dass das Interesse groß ist. Seitdem trifft man sich jeden Tag für etwa ein bis zwei Stunden zur gemeinsamen Beschäftigung. Auch die Teilnehmenden der Seniorentagesstätte (TENE) nehmen dieses Angebot gerne an.
Wir sind fest davon überzeugt, dass wir gemeinsam diese Zeit überstehen. In diesem Sinne wünschen wir allen Beteiligten, Kolleg*Innen weiterhin viel Kraft, Umsichtigkeit und vor allem Gesundheit.
Das Team der Wohnstätte Kitzinger Straße

Maskenanprobe und Abstandsmessung

Drei Kolleginnen aus unseren Inklusiven Kindergärten: Abstandskontrolle mit Zollstock …

Mehr Mädchen und Jungen können nun wieder die Kindergärten der Lebenshilfe besuchen, denn die Notbetreuung wurde erweitert. (Siehe auch Infos dazu im Startartikel.) Erarbeitete Hygienekonzepte geben vor, welche Regeln eingehalten werden müssen.

Not macht erfinderisch: Ein kleiner Kiosk in der Wohnstätte

Da die Werkstatt geschlossen ist, sind die Bewohnerinnen und Bewohner der Lebenshilfe rund um die Uhr in der Wohnstätte: eine Herausforderung für sie und ihre Betreuer/innen. Letztere lassen sich immer wieder etwas einfallen, um die Zeit abwechslungsreich zu gestalten. Sehr beliebt bei den Bewohnern ist ein Spaziergang zum Supermarkt, um sich eine Kleinigkeit zu kaufen. Wegen Corana ist das im Moment nicht möglich. Also haben Mitarbeiterinnen kurzerhand Anfang April einen Kiosk in der Lebenshilfe eingerichtet, der samstags geöffnet hat.  

Persönliche Ostergrüße aus der Wohnstätte

Reinhard Müller posiert in der Wohnstätte für ein Foto, das als Postkarte zu Ostern an seine Mutter verschickt wurde.

Eltern und Angehörige von Menschen mit Beeinträchtigung dürfen wegen Corona nicht in die Wohnstätten kommen. Umgekehrt sind natürlich auch Besuche der Bewohnerinnen und Bewohner Zuhause nicht erlaubt. „Es fällt mir ganz schön schwer, dass ich meinen Reinhard im Moment nicht sehen kann“, sagt Elisabeth Müller. Umso mehr hat sie sich über den Ostergruß von ihrem Sohn aus der Wohnstätte Joseph-Will-Straße gefreut. Dort hat die Wohngruppe Ostergrüße mit persönlichen Fotos gebastelt. „Ich war so gerührt, als die Karte kam und Reinhard mir mit zwei Tulpen entgegenschaut. Was für eine schöne Idee der Betreuer, die ja gerade sehr gefordert sind.“