Anton Hofreiter (MdB) besuchte die Regnitz-Werkstätten

von links: Holger Schmidt, Jonas Schmidle (beide von Bananeira), Helmut Wening (Grüne), Anton Hofreiter (MdB), Lebenshilfe-Geschäftsführer Stefan Müller, Ümit Sormaz, Bananeira, und Matthias Laue, Leitung Regnitz-Werkstätten

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, stattete den Regnitz-Werkstätten einen Besuch ab, um sich über die Kooperation der Firma Bananeira mit der Werkstatt zu informieren. Ein bis zwei Mitarbeiter des Herstellers und Vertriebs von Bio- und Fairtrade-Produkten arbeiten vor Ort Hand in Hand mit den behinderten Mitarbeitenden. Anton Hofreiter machte sich ein Bild von der „inklusiven“ Lebensmittelkonfektionierung, in der abgefüllt und verpackt wird. Besonders interessierte er sich für nachhaltige Verpackung. Hier ist die Firma Bananeira sehr engagiert und sie versucht viel mit Papiertüten zu bewerkstelligen.
Nach der Besichtigung saß man noch eine Weile zusammen und Anton Hofreiter zeigte sich begeistert von den Häppchen aus der Küche der Regnitz-Werkstätten, um so mehr als er erfuhr, dass sie auf Regionalität und Gesundheit achte.

Gründer der Lebenshilfe Erlangen feierte seinen 90. Geburtstag

Der Gründer der Lebenshilfe Erlangen  (Mitte) feierte seinen 90. Geburtstag

Geschäftsführer Stefan Müller (rechts) und Vorsitzender Frank Morell (links) kamen zum Gratulieren.

Heinrich Groh hat gemeinsam mit einem anderen Vater eines behinderten Kindes im Jahr 1960 die Lebenshilfe Erlangen initiiert. Nun hat der Gründer seinen 90. Geburtstag gefeiert. Heinrich Groh nimmt immer noch Anteil am Geschehen der Lebenshilfe, war gerade erst bei der Mitgliederversammlung und freut sich, wie sich „sein“ Verein weiterentwickelt hat. „Damals gab es keine Hilfen für unsere behinderten Kinder. Rolf Prell und ich wollten uns damit nicht abfinden. Nach der Gründung fingen wir in einer alten Baracke vom Arbeitsdienst an.“

Im Freizeittreff der Offenen Behindertenarbeit: Jörg ist unser Freund

Freunde: (von links) Philipp, Jörg und Jakob

Philipp ist zwölf Jahre alt, sein Bruder Jakob neun. Mit Berührungsängsten gegenüber Menschen mit Behinderung können die beiden gar nichts anfangen: „Es gibt Menschen mit Behinderung, aber das ist doch nicht schlimm.“  Die Jungen sind sozusagen mit der Lebenshilfe groß geworden und waren schon als Babys regelmäßige Gäste beim Freizeittreff der Offenen Behindertenarbeit. Ihre Mutter arbeitet seit 1996 im Freizeittreff, der außer in den Schulferien jeden Donnerstagnachmittag stattfindet. „Meine Söhne mussten dann halt immer mit und begleiten mich bis heute gerne.“
Philipp und Jakob verstehen sich mit allen gut: „Wir haben hier Freunde.“ Ein besonderer Freund ist Jörg. Wenn er die beiden Jungen sieht, strahlt er und es ist rührend zu sehen, wie die drei miteinander umgehen. „Jörg will zum Beispiel manchmal nicht aus dem Taxi raus. Dann müssen wir kommen und schon steigt er aus.“

Gemeinsame Abenteuer erlebt und Barrieren abgebaut

Selbstgebaute Schiffchen zu Wasser gelassen.

Eine bunte Truppe aus Kindern mit und ohne Behinderung erfuhr fünf Tage lang, dass es möglich ist, Barrieren abzubauen, gemeinsam Spaß zu haben, zusammen zahlreiche Aufgaben zu lösen und Abenteuer zu erleben. Sie nahmen an der diesjährigen „Inklusiven Erlebniswoche“ des Kreisjugendrings Erlangen-Höchstadt und der Lebenshilfe Erlangen teil.
Den Sinnen auf der Spur wurden barfuß der Waldboden ertastet und Geräusche wahrgenommen. Feuer, Wasser, Luft und Erde: Die Gruppe stellte sich den Experimenten zu den vier Elementen. Sie durfte zum Beispiel mit dem Feuer „spielen“ und mit einem Feuerstab selbst Material zum Brennen bringen, ein Walnussschiffchen durch eine Wanne pusten oder ein Ei in eine Flasche zaubern.
Gut an kam ein Tagesausflug in den Wildpark nach Hundshaupten. Was bei der Erlebniswoche nicht fehlen durfte, ist eine kreative und aktive Olympiade. Alle Kinder meisterten mit Bravour die Disziplinen Brotbacken am offenen Feuer, Batiken, Waldgeister erschaffen und einen Rollstuhlparcour. Angela Panzer

Die Sparkasse ist treuer Unterstützer für „Stifte stiften“

Stefan Müller (rechts) freut sich über die großzügige Spende der Sparkasse, überreicht durch Matthias Frühwald, Firmenkundenbetreuer.

Auch in diesem Jahr hat die Sparkasse Erlangen mit 3500 Euro das Projekt „Stifte stiften“ unterstützt. Allein aus Spenden finanziert die Lebenshilfe damit vier zusätzliche Ausbildungsplätze für Heilerziehungspfleger/innen  in ihren Wohnstätten. Das verbessert die Betreuungssituation  und ermöglicht, den fachlichen Nachwuchs zu fördern. Nur durch treue Partner kann die Lebenshilfe „Stifte stiften“ dauerhaft weiterführen. Über weitere Unterstützer würden wir uns freuen. Kontakt: Anja de Bruyn, 09131-9207-170, anja.debruyn@lebenshilfe-erlangen.de

13000 Euro von der Manfred Roth-Stiftung für Snoezelen-Raum

Dr. Wilhelm Polster (links) mit Schulsprecherin Moesha Philipp und Thomas Hofmann sowie Kindern des Schulchores

Das Snoezelen ist ein besonderes Therapiekonzept aus den Niederlanden, das in den  70iger Jahren für Menschen mit sensorischen Störungen und schwersten Behinderungen entwickelt wurde. Dank der großzügigen Unterstützung von 13.000 Euro der Manfred Roth-Stiftung (Norma) kann die Georg-Zahn-Schule und -Tagesstätte der Lebenshilfe nun einen Snoezelen-Therapieraum am Schulstandort Röthelheimpark einrichten.
Stiftungsvorstand Dr. Wilhelm Polster hat den Scheck persönlich in der Georg-Zahn-Schule überreicht. Er freute sich sehr, dass der Schul-Chor ihn mit einem Lied empfangen und verabschiedet hat. Im Sinne von Manfred Roth, Gründer der Norma, führt Dr. Polster das soziale Engagement der Stiftung weiter. „Wir übernehmen sehr gerne soziale Verantwortung und ich freue mich, die Einrichtung ihres Snoezelen-Raums fördern zu können.“

Selbstverständliches Miteinander beim Inklusiven Marktplatz

Axel Wisgalla, Sprecher vom Forum „Behinderte Menschen in Erlangen“, begrüßte die Gäste des Inklusiven Marktplatzes.

Die Resonanz auf den Standortwechsel zum Rathausplatz und das neue Konzept des „Inklusiven Marktplatzes“ der bislang „Aktionstag“ hieß und 2003 zum ersten Mal stattfand, war durchweg positiv. Bei der Begrüßung betonte Axel Wisgalla vom Veranstalter Forum  „Behinderte Menschen in Erlangen“: „Ein wichtiger Teil von Inklusion ist mitmachen. Auf dem Inklusiven Marktplatz sind alle eingeladen, mitzumachen und sich kennenzulernen.“ Bürgermeisterin Dr. Elisabeth Preuß wies in ihrem Grußwort darauf hin, der Stadt Erlangen sei es ein großes Anliegen, mit der Inklusion voranzukommen und weitere Hemmnisse abbauen.
Viele Partner aus den unterschiedlichsten Bereichen waren in diesem Jahr mit Info-Ständen und Mitmach-Aktionen dabei: neben den Vereinigungen des Forums, darunter auch die Lebenshilfe, die Gewobau, die Stadtbibliothek, die Volkshochschule, Kreisjugendring und viele mehr. In der kleinen Lades-Halle stellten sich  verschiedene Projekte vor – wie zum Beispiel „Zusammenarbeit und Inklusion“ (ZUSA). Für Musik sorgten Vollgas Connected aus Fürth gemeinsam mit der Erlanger Musikschule und Honey Sweet & The 7Ups. „Bürger Inklusive“ spielten Theater.

Caddy von der Aktion Mensch für die Förderstätte der Regnitz-Werkstätten

Werkstatt-Geschäftsführer Stefan Müller und Förderstätten-Leiterin Heike Zitzelsberger mit den Betreuten Claudia Stöcklein (links) und Maike Klaas

Die Aktion Mensch fördert immer wieder Projekte und Anschaffungen der Lebenshilfe Erlangen. „Jetzt hat die Förderstätte der Regnitz-Werkstätten einen VW-Caddy bekommen“, freuen sich Werkstatt-Geschäftsführer Stefan Müller und Förderstätten-Leiterin Heike Zitzelsberger.
In der Förderstätte erfahren Menschen mit schwerer Behinderung Unterstützung sowie Förderung und übernehmen kleine Arbeitsaufträge. Der Caddy bietet ausreichend Möglichkeit, Rollstuhl und Gehhilfen zu transportieren. 35.620 Euro betrugen die Anschaffungskosten, für das Auto, davon hat die Aktion Mensch 24.933 Euro übernommen. Der Rest war der Eigenanteil der Regnitz-Werkstätten.

Theatergruppe „Bürger inklusive“ begeisterte das Publikum

Szene aus „Schneewittchen und die Reise ins Ich“

Drei Spieltage hatten die „Bürger inklusive“ mit ihrem Stück „Schneewittchen und die Reise ins ich“ in der Garage des Theaters Erlangen. Die Vorstellungen waren bis auf wenige Plätze verkauft. Das Publikum spendete viel Beifall für eine überaus gelungene Leistung der Schauspielerinnen und Schauspieler mit und ohne Behinderung.
Schneewittchen wird in dem Stück wie im Märchen auch von ihrer bösen Stiefmutter schikaniert. Sie ist traurig und ängstlich. Dann tauchen sieben merkwürdige Gestalten auf. Es stellt sich heraus, dass sie alle einen Teil von ihr verkörpern. Schneewittchen schafft es, mit ihren sieben Seiten Frieden zu schließen und versöhnt sich mit ihrer Stiefmutter.
Regie hatte die Theaterpädagogin Sandra Weissmann-Ballbach, die mit der Gruppe auch für den Inklusiven Marktplatz am 22. Juli eine kleine Theaterdarbietung erarbeiten wird.

Access in Belfast mit dem „Employment for all“-Award ausgezeichnet

Die Nominierten: Andrea Seeger (Mitte) freut sich über den 1. Preis für Access

„Wir freuen uns riesig über die Anerkennung und sehen den Preis als Lohn für die professionelle und engagierte Arbeit unseres gesamten Teams“, freuten sich Andrea Seeger und Karl-Heinz Miederer, beide Geschäftsführer der gemeinnützigen „Access Integrationsbegleitung GmbH“. Ihr Fachdienst für die berufliche Inklusion von Menschen mit Behinderung im Raum Nürnberg, Erlangen und Bamberg wurde jetzt bei der 1. Weltkonferenz für Unterstützte Beschäftigung in Belfast mit dem „Employment for all“-Award ausgezeichnet. Die Gastgeber-Organisationen EUSE (European Union of Supported Employment) und EASPD (European Association of Service provider for Persons with Disabilities) hatten den Preis ausgelobt.
Andrea Seeger berichtete den 675 Konferenzteilnehmenden aus 48 Ländern in ihrer Dankesrede wie Access – 1998 von Menschen mit Behinderung und Eltern behinderter Kinder gegründet – mit sechs Mitarbeitenden begann. „Mit vielen Visionen, wenig Geld und hoher Motivation gingen wir damals an den Start. Heute sind wir 51 Personen, 30 % davon sind von einer Behinderung betroffen.“
Die Jury lobte unter anderem die gute Zusammenarbeit mit mehr als 1000 Betrieben sowie die vielfältige Netzwerkarbeit, zum Beispiel mit Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Auch die Lebenshilfe Erlangen arbeitet mit Access zusammen. Nicht zuletzt war die hohe Vermittlungsquote von mindestens 60 Prozent in den Maßnahmen Unterstützte Beschäftigung ebenfalls ausschlaggebend für die Auszeichnung.