Weitere Lockerungen in den Regnitz-Werkstätten – Sommerschließzeit vom 10. bis 21. August

Arbeiten in der Schreinerei der Werkstatt, in der die Produkte von „Fisch mit Hut“ gefertigt werden. Foto: Harald Sippel

Eine neue Verfügung der bayerischen Staatsregierung hat das Betretungsverbot in der Werkstatt weiter gelockert: gültig vorerst bis zum 15. September.
Berufsbildungsbereich und Arbeitsbereich der Werkstatt:  Auch Personen der sogenannten Risikogruppe können wieder in die Werkstatt kommen. Alle Werkstatt-Beschäftigten müssen bei der Arbeit die Hygiene- und Abstandsregeln einhalten.
Förderstätte: Die Förderstätte ist wieder geöffnet, der Besuch ist freiwillig.
Unbedingt beachten: Es dürfen nur Mitarbeitende in die Werkstatt kommen, die keine Krankheitssymptome und keinen Kontakt zu Covid-19-Infizierten haben oder hatten. Selbst bei leichten Krankheitssymptomen müssen sie zu Hause bleiben.
Besuche in den Arbeitsgruppen der Werkstatt von Angehörigen, Betreuern und anderen Personen sind bis auf Weiteres nicht erlaubt. Bitte rufen Sie bei Anliegen an oder melden sich an der Pforte. Für alle Fragen ist unser Begleitender Dienst von Montag bis Freitag erreichbar: 09131/7671-31. Sommerschließzeit der Werkstatt dauert vom 10. bis 21. August. Ab 24. August sind die Regnitz-Werkstätten wieder erreichbar.

Anspruch auf Entschädigung für Verdienstausfall

Viele Eltern mussten und müssen sich in der Coronapandemie um ihr Kind mit Beeinträchtigung kümmern.

Anfangs erhielten nur Eltern minderjähriger Kinder, die ihre Söhne und Töchter in der Corona-Krise zuhause betreuen mussten, einen Ausgleich für ihren Verdienstausfall.  Dass auch Eltern von erwachsenen Kindern mit Behinderung eine solche Entschädigung beanspruchen können, hatte die Bundesvereinigung Lebenshilfe in den vergangenen Wochen immer wieder mit Nachdruck gefordert. Ende Mai hatte der Bundestag einer entsprechenden Änderung im Paragraf 56 des Infektionsschutzgesetzes zugestimmt.
Viele Familien mussten und müssen immer noch erwachsene Angehörige mit Beeinträchtigung zuhause betreuen, denn Menschen mit Behinderung sind häufig Risikopersonen oder kommen zum Beispiel in der Werkstatt mit den Hygienemaßnahmen nicht zurecht. Nun haben die Eltern immerhin Anspruch auf Entschädigung.  

Kreativ geworden und Neues gelernt

Robert Knapp, Besucher der Seniorentagesstätte der Lebenshilfe, kann jetzt besser mit dem Tablet umgehen.

Auch wenn man sich nicht persönlich treffen konnte, war es den Mitarbeitenden in der Offenen Behindertenarbeit (OBA) wichtig, Kontakt zu „ihren Leuten“ zu halten. Gerne wollten sie wissen, wie die Teilnehmenden die viele freie Zeit genutzt haben. Dafür hat die OBA die sogenannten „Offenen Seiten“ ins Leben gerufen. Etliche Beiträge kamen zusammen. Hier ein paar Eindrücke daraus:
Viele konnten sich in der Corona-Zeit etwas der Digitalisierung nähern. So zum Beispiel Robert Knapp, Teilnehmer in der Lebenshilfe-Seniorentagesstätte. Er hat die Gelegenheit genutzt, sich mit seinem Tablet zu beschäftigen. „Das hat mir Spaß gemacht und fordert mich.“
Andere Teilnehmende haben sich kreativ ausgelebt. Chiara Pfannenmüller, Mitarbeiterin in den Regnitz-Werkstätten:„Ich habe mit meinem Papa Kunst aus Stein für den Garten gemacht. Das hat mir echt Spaß gemacht.“
Holger Ketschkemeti und Carmen Reis malten zahlreiche Mandalas aus, bevorzugt die besonders schwierigen Muster. Holger sagt dazu: „In meiner Wohngruppe haben alle fleißig Mandalas gemalt. Das Ausmalen entspannt mich .“
Viele vermissen die Angebote der OBA, wie zum Beispiel den Freizeittreff. „Ich bin froh, wenn es wieder weitergeht und ich alle wieder treffen kann“, meint Anna Gabriel. Im Moment wird geplant, welche Angebote ab September nach den Sommerferien wieder möglich sind.“

Gemeinsam werden wir die Zeit überstehen

Kleine Arbeitsgruppe in der Wohnstätte Kitzinger Straße

Derzeit steht die Welt Kopf: so auch der Lebensalltag vieler Bewohnerinnen und Bewohner der Lebenshilfe. Ihnen ist es derzeit nicht möglich, ihren gewohnten Alltag zu leben, sei es in den Regnitz-Werkstätten, der Förderstätte oder auch in anderen Bereichen.
Nun hat sich die Kitzinger Straße etwas einfallen lassen. Seit rund einer Woche wird hier eine „werkstattähnliche“ Beschäftigung für alle Interessierten angeboten. Schon bei der Einführungsveranstaltung zeigte sich, dass das Interesse groß ist. Seitdem trifft man sich jeden Tag für etwa ein bis zwei Stunden zur gemeinsamen Beschäftigung. Auch die Teilnehmenden der Seniorentagesstätte (TENE) nehmen dieses Angebot gerne an.
Wir sind fest davon überzeugt, dass wir gemeinsam diese Zeit überstehen. In diesem Sinne wünschen wir allen Beteiligten, Kolleg*Innen weiterhin viel Kraft, Umsichtigkeit und vor allem Gesundheit.
Das Team der Wohnstätte Kitzinger Straße

Maskenanprobe und Abstandsmessung

Drei Kolleginnen aus unseren Inklusiven Kindergärten: Abstandskontrolle mit Zollstock …

Mehr Mädchen und Jungen können nun wieder die Kindergärten der Lebenshilfe besuchen, denn die Notbetreuung wurde erweitert. (Siehe auch Infos dazu im Startartikel.) Erarbeitete Hygienekonzepte geben vor, welche Regeln eingehalten werden müssen.

Not macht erfinderisch: Ein kleiner Kiosk in der Wohnstätte

Da die Werkstatt geschlossen ist, sind die Bewohnerinnen und Bewohner der Lebenshilfe rund um die Uhr in der Wohnstätte: eine Herausforderung für sie und ihre Betreuer/innen. Letztere lassen sich immer wieder etwas einfallen, um die Zeit abwechslungsreich zu gestalten. Sehr beliebt bei den Bewohnern ist ein Spaziergang zum Supermarkt, um sich eine Kleinigkeit zu kaufen. Wegen Corana ist das im Moment nicht möglich. Also haben Mitarbeiterinnen kurzerhand Anfang April einen Kiosk in der Lebenshilfe eingerichtet, der samstags geöffnet hat.  

Persönliche Ostergrüße aus der Wohnstätte

Reinhard Müller posiert in der Wohnstätte für ein Foto, das als Postkarte zu Ostern an seine Mutter verschickt wurde.

Eltern und Angehörige von Menschen mit Beeinträchtigung dürfen wegen Corona nicht in die Wohnstätten kommen. Umgekehrt sind natürlich auch Besuche der Bewohnerinnen und Bewohner Zuhause nicht erlaubt. „Es fällt mir ganz schön schwer, dass ich meinen Reinhard im Moment nicht sehen kann“, sagt Elisabeth Müller. Umso mehr hat sie sich über den Ostergruß von ihrem Sohn aus der Wohnstätte Joseph-Will-Straße gefreut. Dort hat die Wohngruppe Ostergrüße mit persönlichen Fotos gebastelt. „Ich war so gerührt, als die Karte kam und Reinhard mir mit zwei Tulpen entgegenschaut. Was für eine schöne Idee der Betreuer, die ja gerade sehr gefordert sind.“

Zwei großzügige Spenden ermöglichen Pflege unterwegs

Spendenübergabe: (von links) Vorstand Eckhard Dorniak und Kassiererin Brigitte Schlederer vom Stad’l Chor, Andy Bernard, Leiter der Offenen Hilfen, und Chorleiter Knut-Wulf Gradert

Auch Menschen mit schwerer und mehrfacher Beeinträchtigung wollen am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Um ihnen zum Beispiel die Teilnahme an Ausflügen zu ermöglichen, konnte die Lebenshilfe nun dank großzügiger Spenden ein mobiles Wickelset für die „Pflege unterwegs“ anschaffen. Zum einen steuerte der Kosbacher Stad`l Chor 900 Euro aus dem Weihnachtskonzert 2019 bei. Zum anderen hatte Familie Haferkamp aus Erlangen anlässlich eines Geburtstags um Spenden für die Lebenshilfe gebeten.

Aktueller Ratgeber zu Sozialleistungen für Menschen mit Beeinträchtigung

Ausschnitt vom Titel des Ratgebers. Foto: David Maurer

Auf 376 Seiten liefert der druckfrische Ratgeber der Bundesvereinigung Lebenshilfe einen Überblick über alle Sozialleistungen, die Menschen mit Beeinträchtigung aktuell zustehen. Besonders werden die zahlreichen Änderungen durch das Bundesteilhabegesetz (BTHG) erläutert. Dazu zählen auch die erst Ende 2019 verabschiedeten Regelungen im Angehörigen-Entlastungsgesetz und im Änderungsgesetz zum BTHG. Der Ratgeber „Recht auf Teilhabe“ ist eine hilfreiche Lektüre für Mitarbeitende in Beratungsstellen und bei Leistungserbringern. Aber auch Eltern, andere Angehörige, sowie gesetzliche Betreuerinnen und Betreuer können sich darin wichtige Informationen holen.
Um das schwierige Thema anschaulicher zu machen, werden eingangs Rechtsansprüche von Menschen mit Behinderung in verschiedenen Lebensphasen und Lebenslagen anhand von Schaubildern dargestellt. Es gibt Tipps, Rechenbeispiele und Hinweise auf Internetseiten und Publikationen. Das „Recht auf Teilhabe“ (ISBN 978-3-88617-575-8)  kann für 22 Euro plus Versandkosten bei der Bundesvereinigung Lebenshilfe (www.lebenshilfe.de) bestellt werden oder telefonisch unter 06421/491-123.

Großzügige Spende für die Georg-Zahn-Tagesstätte

Nina Hauffe von MR Datentechnik (4. von links) freut sich, die Tagesstätte zu besuchen und den symbolischen Scheck zu übergeben.

Lebenshilfe hat von der der MR-Datentechnik Vertriebs und Service GmbH mit Sitz in Nürnberg eine sehr großzügige Spende erhalten. Marketing Managerin Nina Hauffe ist persönlich vorbei gekommen und hat einen symbolischen Scheck in Höhe von 5000 Euro überreicht. Das Geld kommt der Georg-Zahn-Tagesstätte zu Gute und die Freude darüber ist groß. Mit der Spende können nun verschiedene Aktivitäten finanziert werden: wie zum Beispiel ein Budo- und Zumba-Kurs sowie verschiedene Projektgruppen.